Montag , 17 Dezember 2018
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Tiere nach einer Operation pflegen

Operationen bei Tieren sind heute Routine. Tierärzte nehmen sogar recht komplizierte Eingriffe, vor allem an Hunden und Katzen, vor. Diese Operationen sind, wie beim Menschen, für den Organismus des Tieres nur sehr schwer zu verkraften. Eine Narkose bzw. Operation bedeutet für das Tier auch immer Lebensgefahr. Tiere empfinden diesen Eingriff in den Organismus, nicht nur körperlich belastend, sondern auch seelisch einschneidend.

Die Pflege der Tiere nach der Operation ist daher entscheidend, ob bei Hund, oder Katze auch seelische Narben zurückbleiben.

Individualität berücksichtigen und schätzen

Jeder Tierhalter, der schon einmal operiert wurde, kann nachvollziehen, wie sich das Tier fühlt. Und beim Tier ist es so, dass es in der Situation, wo es sich hilflos ausgeliefert fühlt, nur schwer einzuschätzen ist, weil es nicht mitteilen kann, was ihm nicht gefällt, oder was es gerne haben möchte. Zudem versteht das Tier selbst nicht, was gerade mit ihm geschieht, weil eine Operation etwas völlig Unnatürliches ist, was in der freien Natur nicht vorkommt.

Für die Pflege des Tieres nach der Operation, ist natürlich auch dessen individuelle Persönlichkeit vom Tierhalter zu berücksichtigen. Vorteilhaft ist es natürlich, wenn diese vom Tierhalter richtig eingeschätzt wurde und er zum Beispiel auch weiß, wie das Tier reagiert, wenn es allein sein möchte. Zu berücksichtigen ist zudem bei der Pflege des Tieres nach einer Operation, auch dessen bisherige Lebenserfahrung. Wurde das Tier schon einmal operiert und hatte es diese gut verkraftet und auch die Zeit danach gut überstanden, sind natürlich positive Impulse auch beim Tier vorhanden.

Erholung nach OP
Sorgen Sie für einen gemütlichen Rückzugsort nach der OP

Vorbereitung auf die Operation

Am Tag der Operation sollte möglichst schon alles organisiert sein, bevor die Operation beginnt. Dadurch entsteht nach der Rückkehr von Tierarzt oder Tierklinik keine Hektik, was das Tier womöglich nur aufregt. Das heißt, es sollte für das, nach der Operation nach Hause gebrachte Tier, schon eine mit Decken und Kissen gestaltete Liegewiese geschaffen worden sein, wo das Tier die größtmögliche Bewegungsfreiheit hat.

Wie sich das Tier letztlich hinlegen und erholen möchte, das sollte man ihm überlassen. Der Tierhalter sollte hier nur für ausreichend Raum sorgen und für eine ruhige Umgebung. Weitere Tiere im Haus, sollten möglichst bei Bekannten oder Nachbarn untergebracht werden für einen Tag. Auf diese Weise hat das Tier genügend Ruhe, um sich von den Strapazen der Operation zu erholen.

Schon auf diese Weise lässt sich zum Beispiel auch ein Operationstrauma verhindern, das bei Tieren gar nicht so selten ist. Dies zeigt sich vor allem dann, beim dem nächsten Besuch beim Tierarzt zur dringend notwendigen Nachuntersuchung. Wenn das Tier die Operation nicht gut verkraftet hat, zeigt es sich nämlich schnell aggressiv gegenüber der Umwelt und auch gegenüber dem Tierhalter.

Seelische Pflege

Um dem vorzubeugen, kann der Tierhalter auch einiges sonst noch tun. Neben der guten Vorbereitung des Erholungsplatzes, ist es vor allem wichtig, dass sich der Tierhalter selbst nach außen (und nach innen, weil das Tier auch innere Unruhe spürt), ruhig gegenüber dem Tier zeigt. Und zwar sowohl vor der Operation, wie auch danach.

Hierzu gehört vor allem, dass der Halter auf keinen Fall die gewohnten Abläufe irgendwie durcheinander wirft. Dies gilt schon für die Tage vor der Operation. Denn durch Veränderungen jeglicher Art merkt das Tier, dass etwas nicht in Ordnung ist und wird zunehmend nervös und misstrauisch. Auch in dieser Situation kann es schon zu Aggressionen gegenüber dem Tierhalter kommen.

Folgen können das Entstehen von:
  • Stress
  • Angst
  • und Aggressionen sein

Dann kann die Narkose für das Tier der berühmte “Tropfen” sein, der beim Tier “das Fass zum überlaufen bringt”.

Entzündungen verhindern

OP-Kragen
Ein OP-Kragen hilft gegen Entzündungen

Bei sehr schweren Operationen, bei denen die Wunde geklammert oder genäht wurde, ist es sehr wichtig, dass der Tierhalter im Rahmen der Pflege nach der Operation auch in der Lage ist, Verbände zu wechseln. In den meisten Fällen übernimmt dies zwar der Tierarzt im Rahmen der Nachuntersuchung, wenn es jedoch zu Entzündungen gekommen ist, muss ein Verband länger getragen werden.

Es ist für den Tierhalter im Rahmen der Pflege nach der Operation vor allem wichtig, dass verhindert wird, dass das Tier sich die Wunde wieder aufleckt. Um dies zu verhindern wird empfohlen, dass das frisch operierte Tier einen OP-Kragen (Lampenschirm ) trägt. Inzwischen gibt es hierfür auch Alternativen, insbesondere einen Body, durch den das Tier mit seiner Zunge auch nicht so ohne Weiteres durchdringen kann. Dieser verhindert zudem beim Gassi-Gehen, dass Schmutz in die frische Wunde gelangt.

Der Tierhalter muss im Rahmen der Pflege dennoch sehr gut aufpassen, dass keine Entzündungen entstehen. Im Allgemeinen verheilen OP-Wunden bei gesunden Tieren aber problemlos.

Futter nach Operation

Vielen Tieren muss nach einer erfolgten Operation Schonkost verordnet werden. Dies betrifft vor allem am Darm oder am Magen operierte Tiere. Vom Tierarzt erhalten die Tierhalter in der Regel die Schonkost. Diese zu verabreichen ist sehr wichtig, da sonst der Tiermagen zu stark belastet wird.

 

Bilder: Pixabay.com

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