Montag , 16 September 2019
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was ist ein Stocksattel

Was ist ein Stocksattel?

Allen Reitern sind die Begriffe Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssattel bestens vertraut. Auch Westernsättel werden immer beliebter und bekannter im Reitsport. Aber es gibt auch viele verschiedene Sattelarten, von denen Sie wahrscheinlich noch nichts gehört haben. Oder wissen Sie, was ein Stocksattel ist?

Wo kommt der Stocksattel her?

Die Geschichte des Stocksattels reicht bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit suchte die englische Regierung nach Ländern, in denen sie Kolonien für ihre Häftlinge einrichten konnte. Hierbei fiel die Wahl auf Australien. Als die Engländer im Jahr 1788 mit ihren Schiffen an der australischen Küste landeten, brachten sie nicht nur die Gefangenen, sondern auch ihre Pferde und die dazu gehörende Ausrüstung mit. Nach einiger Zeit wurde ihnen jedoch klar, dass zwar ihre Pferde dem rauen und wilden Klima Australiens gewachsen waren, aber nicht ihre Ausrüstung. So mussten die Sattler einen speziellen Sattel entwerfen, der für Ross und Reiter ideal war.

Die Anforderungen an diesen Sattel waren vielfältig: Der Sattel sollte für den Reiter bequem und komfortabel sein und dem Pferd eine optimale Bewegungsfreiheit ermöglichen. Nach langer Überlegung wurde ein Sattel hergestellt, der dem Reiter sowohl einen tiefen und sicheren Sitz im Sattel als auch eine optimale Hilfengebung gewährleistete. Somit bildeten Pferd und Reiter eine Einheit. Da die Viehhirten in Australien einen Sattel benutzten, der ähnlich aufgebaut war, nannte der Sattler seinen Sattel Stocksattel – nach der englischen Übersetzung für Viehhirte: “stockmen”.

Wie ist ein Stocksattel aufgebaut?

Der Stocksattel ist ein so genannter “Trachtensattel” und gehört zur Kategorie Reitzubehör. Vom Aussehen her ähnelt er einem Westernsattel, wobei er nur selten ein so genanntes Horn hat. An diesem befestigen Sie normalerweise ein Lasso, welches aber im Herkunftsland des Stocksattels – Australien – nicht benutzt wird.
Im Gegensatz zu einem Sportsattel ist der Stocksattel weicher gepolstert. Dadurch kann sich das Gewicht des Reiters optimal auf dem Pferderücken verteilen. Aufgrund dieses hohen Komforts, welchen der Stocksattel bietet, eignet er sich sowohl für lange Ausritte als auch die tägliche Arbeit.
Das auffälligste Merkmal eines Stocksattels sind die so genannten “Poleys”. Das sind aufgesetzte Kniestützen, die den Reiter auch in gefährlichen Situationen im Sattel halten und ihm trotzdem eine ausreichende Bewegungsfreiheit bieten. Durch die größenbedingt gute Gewichtsverteilung verursacht der Sattel keine Druckstellen oder Schmerzen beim Pferd. Der Reiter sitzt tief und sicher im Sattel und hat einen optimalen Beinkontakt zu seinem Reittier.

Wie sattel ich einen Stocksattel richtig? (auf englisch)

Wann brauche ich einen Stocksattel?

Wenn Sie das extreme Reiten in steinigen, mit Geröll versehenen oder trockenen Gegenden bevorzugen, ist ein Stocksattel für Sie die erste Wahl. Er gewährleistet, dass Sie sich in jeder Situation sicher fühlen und einen perfekten Sitz auf dem Pferd behalten, egal was passiert. Sie verspüren nach einem langen Ritt keinerlei Schmerzen, da Sie durch die speziellen Polsterungen des Stocksattels optimal geschützt sind. Auch ihr Pferd wird es Ihnen danken, da es durch die Verarbeitung und Größe des Sattels keine Druckstellen hat.

Trotz dieses Komforts ist es wichtig, dass Sie die notwendigen Hilfen beim Reiten geben können. Auch das ist bei einem Stocksattel gewährleistet. Einem komfortablen und sicheren Ritt in extremem Gelände steht mit einem solchen Sattel also nichts mehr im Wege.

Bildernachweis:
Stocksattel – Urheber: agno_agnus / 123RF Lizenzfreie Bilder

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