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Weihnachten und Silvester mit Haustieren

Tiere haben ein überempfindliches Gehör, einen intensiveren Geruchssinn und ein unglaublich präzises emotionales Gespür. Gerade zu Weihnachten und Silvester, wenn Gerüche, Geräusche und Gefühle Achterbahn fahren, kommt bei Haustieren die Gefahr auf, mit der Reizüberflutung überfordert zu werden. Wie man dies effektiv vermeiden kann ergibt sich aus drei einfachen Aspekten: Planung, Rücksichtnahme und Geduld.

Die Planung ist die halbe Miete

Um dem Haustier die Festlichkeiten so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte man sich schon im Voraus Gedanken um den Ablauf und den Aufwand der Festtage machen. Hierbei ist es wichtig, möglichst gut über die Eigenarten des Haustieres informiert zu sein. Ein Jagdhund zum Beispiel wird den Silvesterraketen eventuell nachrennen, während sich eine Katze bei den lauten Geräuschen im hintersten Winkel des Badezimmerschrankes versteckt. Auch sollte man alle ärztlichen Angelegenheiten möglichst schon vorher abklären, denn für diese Sache muss man sich einfach die Zeit nehmen und alles in Ruhe machen. Des weiteren sollte man davon absehen die Ernährung des Tieres zu den Festlichkeiten großartig zu ändern, denn niemand möchte, dass das Tier aufgrund von Lebensmittelunverträglichkeiten zum Weihnachtsfest krank in de Ecke liegt. Neben diesen Aspekten ist natürlich auch essentiell, dass man bei Verreisen und Verwandschaftsbesuchen schon weit vorher plant, wo genau das Tier untergebracht wird. Hier sollte man vielleicht vorher schon einmal testen, ob das Tier sich dort wohlfühlt und alles seinen Gang geht.

Was die Geschenke betrifft, plant ja gerne mal jemand für den Vierbeiner eine kleine Überraschung mit ein. Hier gilt auch wieder, eine Reizüberflutung zu vermeiden. Ein kleines Geschenk, dass nach Herrchen oder Frauchen riecht macht das Tier meist glücklicher als viele unbekannte und geruchsfremde Dinge.

Nun zur Planung für die Gäste: Man sollte schon im Voraus wissen, ob Tierhaarallergien vorhanden sind oder eventuell jemand Angst vor den besagten Tieren hat. Außerdem sollten Kinder aufgeklärt sein, wie sie mit den Tieren umgehen können und Eltern von Kleinkindern sollten darauf Aufmerksam gemacht werden, ihre Kinder nicht mit dem Tier unbeaufsichtigt zu lassen. Der Weihnachts und Silvesterschmuck muss so geplant werden, dass er die Tiere nicht gefährdet. Katzen klettern nämlich besonders gerne auf Weihnachtsbäume und fressen auch mal gerne die falschen Pflanzen, da das Katzengras halt manchmal zu langweilig wird. Wenn Aufregung und Trubel angesagt ist, sollte man alles aus Glas, echte Kerzen und zerbrechliche Geschenke außerhalb der Reichweite der Tiere aufbewahren. Zeitlich sollte man mit einplanen, dass das Tier nach all der Aufregung auch wieder zur Ruhe kommt. Und da Hunde mehrmals am Tag raus müssen, sollte auch dafür die Zeit mit eingeplant werden.

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Mit Rücksicht bleiben alle entspannt

Tiere sind nun mal keine Menschen. Sie haben ganz eigene Bedürfnisse und brauchen viel Aufmerksamkeit und Zeit, sich unseren Lebensbedingungen anzupassen.

Hier kann man ihnen einige Hilfestellungen geben. Zuerst einmal sollte die Umgebung so gestaltet sein, dass das Tier auch zu Weihnachten oder Silvester einen Rückzugsort hat. Es sollte ein vertrauter Platz sein, an dem sich das Tier wohl fühlt und ruhig bleiben kann. Auch sollte es hier seine natürlichen Bedürfnisse ausleben können und nicht zu sehr in seinem Tiersein eingeschränkt sein. Für Hunde sollte dies ein abgetrenntes Zimmer sein, vielleicht auch mit seinen vertrauten Spielsachen oder sogar ein Platz im Hof oder Garten, wo der Hund ungebunden spielen kann. Bei Katzen sollte es ein möglichst ruhiges Zimmer sein, das von den Gästen nicht betreten werden darf. Katzen mögen in solchen Situationen meist einen Platz weit oben zu haben, wo sie den Raum gut überblicken können. Ein Katzenklo oder für den Hund eine Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen ist hier auch nicht zu vergessen. Futter und Trinken sollte man trotz des Weihnachtssttresses nicht vergessen. Auch sollte man dem Tier eine Auszeit geben, wenn es das möchte. Kein Tier sollte wie ein niedliches Objekt durch die Runde gereicht werden, damit es alle bestaunen können.

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Das Tier mit Geduld auf die Festtage vorbereiten

Auch das Tier sollte nicht ohne Vorbereitung in die Festtage starten. Viele Angstreaktionen kann man durch gutes Training und gezielte Entspannungsübungen vermeiden. Man kann bei Hunden wie auch bei Katzen eine Entspannungstherapie schon weit vorher starten. Hier wird das Tier in einen absoluten Zustand der Entspannung gebracht (durch beruhigende Musik und Massage) und dann Stück für Stück mit Elementen der Festtage konfrontiert. Man kann so den weihnachtlichen Geruch als Aufforderung zur Entspannung antrainieren und die Anwesenheit vieler Gäste mit Beruhigung verknüpfen. Dieses Training bedarf natürlich viel Geduld. Man muss es täglich praktizieren damit es effektiv ist und man sollte hierbei schon früh genug damit anfangen. Aber das zählt für alle Dinge die Hunde und Katzen lernen. Je eher sie es lernen, umso leichter wird es ihnen fallen.

Ein gutes Beispiel wäre hier, wie man mit einem Klickertraining einem Hund suggeriert, dass er bei Lärm von Gästen aus dem Nachbarzimmer ruhig bleibt:
Man schnappt sich zu erst sein liebstes Spielzeug oder Futter und holt sich ein paar mitarbeitende Gäste ins Haus. Man fängt die Übung am besten schon damit an, dass der Hund ruhig reagieren soll, wenn die Gäste das Haus betreten. Man verweist den Hund also auf seinen Platz und belohnt ihn nur dann, wenn er ruhig bleibt wenn die Klingel ertönt. Sollte er doch aufstehen, bleibt das Verhalten unbelohnt. Hat er diese Übung gemeistert, dann kann man den Schwierigkeitsgrad steigern. Ein Gast klingelt und wird dann herein gelassen. Bleibt der Hund auf seinem Platz und ruhig, wird er belohnt. Steht der Hund auf oder wird unruhig, verlässt der Gast das Haus ruhig, und die Übung wird wiederholt. Diese Übung kann man dann in möglichst kleinen Schritten so lange wiederholen, bis der Hund ruhig auf seinem Platz liegen bleibt, wenn das Haus mit lauten Gästen gefüllt ist. Man sollte die Übungsbedingungen möglichst variieren und die Belohnung dann später nur noch nach dem Zufallsprinzip geben, damit er Hund unbewusst dieses Verhalten wählt, auch wenn es keine Belohnung gibt. Diese Art des Trainings funktioniert auch für Katzen und eignet sich besonders gut, das Tier auf ungewohnte Situationen vorzubereiten. Bei Katzen wird es aber länger brauchen, da sie meist nicht Rudel orientiert und schwer zu motivieren sind.

Eine weitere Vorbereitung für das Tier sind klare Regeln. Diese sollten grundsätzlich gelten und die Festlichkeiten mit einplanen. Es sollte klar sein, dass Hunde nichts in der Küche verloren haben und dass sie separat essen. Außerdem muss der Schlafplatz und der Spielraum festgelegt sein, und darf auch zu Weihnachten nicht umfunktioniert werden. Die Spielzeiten sollten auch zu Weihnachten die gleichen sein und das Tier sollte sich an diesen klaren und deutlichen Richtlinien entlanghangeln können.

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Reptilien und andere Tiere

Da diese Haustiere zu Weihnachten meist weniger beeinträchtigt werden, muss man sie separat erwähnen. Hier gilt eigentlich nur zu beachten, dass sie möglichst in einem ruhigen Zimmer untergebracht sein sollten, und das ein Familienmitglied zu den Festlichkeiten die spezifische Aufgabe bekommt, sich den Tieren zu widmen. Man kann das natürlich auch im Wechselmodell machen. Auch die Planungstechnischen Aspekte, die oben schon erwähnt wurden, sollten hier mit beachtet werden. Man sollte Versorgungsgegenstände und Lebensmittel möglichst auf Vorrat da haben und für eventuelle Umzüge der Tiere ausgestattet sein. Auch sollte hier eine Aufklärung über exotische Tierarten im Voraus stattfinden. Giftige Tiere sollten vorher entgiftet werden und auf Phobien (z.B. Spinnenphobie) sollte Rücksicht genommen werden. Die erforderlichen natürlichen Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte) sollten nicht durch Gäste und andere spontane Einflüsse gestört werden. Auch die spezifischen Versorgungsmittel sollten im Haushalt sicher aufbewahrt sein. Hier gilt, dass man über sein eigenes Haustier ausreichen informiert ist und auf die Einflüsse des Festes genügend vorbereitet ist.

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Ein glückliches Haustier macht zum Fest mehr Freude

Ein ausgeglichenes, ruhiges und glückliches Haustier wird zu einem schönen Weihnachtsfest und einer aufregenden Silvesterfeier mehr beitragen, da es einmal weniger Arbeit macht und außerdem dem menschlichen Gemüt den Mehrwert des harmonischen Zusammenseins schenkt. Am Ende ist es dann den Aufwand und die Planung wert und bringt jedes Jahr aufs neue den Besitzen ein oder viele Lächeln ins Haus. Denn all der Weihnachtsaufwand ist für die Katz, wenn am Ende niemand mehr weiß wo der Hase lang läuft und das Chaos den Weihnachtsabend in Stress versenkt. Denn wenn ein Tier überfordert ist und vor Aufregung ganz verrückt und wild wird, kann das in Unruhe, Sachschäden und zusätzlichen Aufwand zu den Festlichkeiten führen.

Tiere sind Aufwand, man entscheidet aber selbst, wann man sich den Aufwand macht und wie dieser stattfindet.

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