Katzenkot – Die unterschätzte Gefahrenquelle zu Hause und im Garten

Jeder kennt das klischeehafte Bild von der verrückten Katzenlady, die sich eigenartig verhält und in ihrer eigenen Welt lebt. Viele Menschen sind der Meinung, dass Katzen als Trostspender und Partnerersatz nach einer schmerzhaften Trennung dienen. Auf diese Weise verlieren die Menschen mit einer Katze oft die Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren und ein normales Leben zu führen. Wissenschaftler vermuten aber, dass der Grund für das abweichende Verhalten mancher Katzenbesitzer am Katzenkot liegt. Denn durch Katzenkot können zahlreiche Erkrankungen übertragen werden. Die häufigste Krankheit stellt die Toxoplasmose dar. Im Folgenden wird näher darauf eingegangen, welche Krankheiten über den Katzenkot übertragen werden und welche Folgeerscheinung auftreten können. Außerdem erfahren Sie, wie eine Infektion vermieden werden kann.

Toxoplasmose – Eine gefährliche Erkrankung

Katzenkot kann eine ernsthafte Gefahrenquelle für die Gesundheit der Menschen und Tiere sein. Denn einzellige Organismen im Kot der Katze können Infektionen auslösen. Der Einzeller „Toxoplasma gondii“, so die medizinische Bezeichnung, lebt im Katzenkot und verursacht zahlreiche Beschwerden. Besonders für Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem stellen die Erreger eine große Gefahr dar. Ist eine Schwangere an Toxoplasmose erkrankt, so verursachen die Erreger mit hoher Wahrscheinlichkeit folgende Krankheiten und Beschwerden:

  • enorme Behinderungen beim Neugeborenen
  • Fehlgeburt (selten)
  • Missbildungen
  • Erblindung des Neugeborenen

Des Weiteren führt Toxoplasmose bei Kindern oder Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem zu ernsten neurologischen Schäden, Lungenentzündung und Hautausschlägen.

Bild Kind streichelt Katze

Wie kommt es zu einer Infektion mit Toxoplasma gondii?

Durch nicht ausreichend gegartes Tierfleisch oder den Katzenkot kann es zu einer Übertragung der Erreger auf den Menschen kommen. Den Hauptwirt stellt die Hauskatze dar. Eine Ansteckung ist auch durch Staub des Katzenkots möglich. Nicht nur durch die Katzentoilette, sondern auch durch Bodenverseuchung sind Infektionen denkbar. Kinder können sich im Garten mit den Erregern anstecken. Denn Toxoplasmose-Erreger können 18 Monate im Boden überleben und sind ansteckend.

Es tritt eine Infektion auf, wenn eine Spore des Erregers in Lunge oder Darm aufgenommen wird. Katzenkot stellt außerdem auch eine Gefahr für andere Haustiere dar. Scheidet die Katze die gefährlichen Erreger aus, so sind diese auf andere Tiere wie Hunde, Vögel und Nagetiere übertragbar.

Wie vermeidet man eine Infektion mit den Toxoplasmose-Erregern?

Sie können nicht immer eine Infektion mit den Toxoplasmose-Erregern vermeiden. Aber Sie können die Gefahr minimieren, indem Sie das Fleisch immer gut durchgaren. Außerdem ist eine Ansteckung möglich, wenn Sie ungewaschenes Obst zu sich nehmen. Deswegen waschen Sie immer gründlich das Obst und das selbst angebaute Essen aus dem Garten.

Wer unter Immunschwächekrankheiten leidet (z.B. AIDS), oder schwanger ist, gehört zur Risikogruppe. Schwangere Frauen sollte sich deshalb nicht um die Katzentoilette kümmern und sich nicht in ihrer Nähe aufhalten. Das Risiko sich zu infizieren liegt nur bei unter 1 Prozent. Es ist aber wahrscheinlicher, dass man sich mit den Erregern bei der Gartenarbeit ansteckt.

Verhaltensveränderung

Wissenschaftliche Beweise

Zahlreiche Versuche und Studien beweisen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Toxoplasmose-Erkrankten und den Beschwerden und Erkrankungen wie Lerneinbußen, Schizophrenie, Verhaltensveränderungen und rheumatischer Arthritis gibt. Des Weiteren wirken die Erreger auch subtil und latent auf das Gehirn ein. Toxoplasmose-Erreger produzieren den Botenstoff Dopamin. Deswegen wird vermutet, dass die Betroffenen ein erhöhtes Risikoverhalten und Charakterveränderungen zeigen. Diese Auffälligkeiten stellen eine Gefahr für die Erkrankten dar.

Studie in Dänemark

Einer dänischen Studie zufolge haben Frauen, die an Toxoplasmose erkrankt waren, wahrscheinlich ein deutlich höheres Selbstmordrisiko. An der Studie nahmen 45.000 Frauen teil, die Katzenbesitzer waren. Dabei fand man heraus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuches um 50 Prozent anstieg, wenn sie zuvor an Toxoplasmose erkrankt waren. Die Forscher können nicht mit Sicherheit sagen, dass die Toxoplasmose die Ursache für die später eintretenden Selbstmordversuche sei. Aber es besteht eine offensichtliche Verbindung zwischen der Infektion und den späteren Selbstmordversuchen. Weitere Studien zu diesem Thema seien in Planung und könnten mehr Aufschlüsse liefern.

 

Die im Katzenkot einzelligen Organismen verursachen viele ernste Krankheiten. Besonders Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können an Toxoplasmose erkranken. Für Schwangere hat eine Infektion gravierende Folgen für das neugeborene Kind. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, sollten sich Schwangere von der Katzentoilette fernhalten. Darüber hinaus sollte das Fleisch immer durchgegart werden und das Obst und angebautes Essen im Garten gründlich gewaschen werden. Zwar ist die Infektionsgefahr gering, aber Sie sollten sich zur eigenen Sicherheit dennoch an die Vorsichtsmaßnahmen halten.

Bildernachweis: Titelbild – Katze im Gras Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Verhaltensänderung Urheber: bialasiewicz / 123RF Lizenzfreie Bilder
Kind streichelt Katze Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com

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